3) DIE VIA AQUITANIA IN FRANKREICH

 

REMI-AWARD 2016Die Via Aquitania: Sie durchquert heute die Regionen Languedoc, Midi-Pyrènèes und Aquitaine, verband die Städte Narbonne (Colonia Narbo Martius) über Toulouse (Tolosa) mit Bordeaux (Burdigala). 56 v.Ch. erobern die Römer die Region. Sie ließen sich nicht nur ohne große Auseinandersetzungen nieder, sie brachten auch ihr Wissen und ihre Zivilisation mit. Es wurden Straßen angelegt, Stadtpläne gezeichnet, reiche Villen gebaut. Neben der Sprache führten die Römer auch den Wein ein. Ihnen sind die ersten Weinstöcke zu verdanken,– biturica auf Lateinisch.

Narbonne: Erste von den Römern gegründete Kolonie außerhalb Italiens. Narbo Martius, Hauptstadt der römischen Provinz Gallia Narbonensis, war nach Ostia der zweitgrößte römische Hafen. Rivalisierte lange Zeit mit den Städten Arles und Marseille. Ein Umschlagplatz von Waren und Rohstoffen, für und von Rom: Metalle aus Aquitanien, Getreide, Öl, Amphoren und Sklaven aus der Bretagne und aus Spanien. Die römischen Kaufleute hatten den Ruf gnadenlose Geschäftsleute zu sein. Auf etwas modernere Art blüht die Kultur des Handels noch immer, in der „Halles de Narbonne“.

Unweit von Narbonne: die Gegend um Cruscades war schon zu Zeiten des römischen Kaisers Cäsar bewohnt. Die Weingeschichte der Region Corbières begann, als die ersten Weinreben im Jahr 125 vor Christus von den Römern angepflanzt wurden. Durch die heutigen Rebberge von „Château Coulon“ und „Château Vérédus“ führte auch die Via Aquitania. Schon damals wurde zwischen Narbonne und Toulouse Wein transportiert. Gemäß schriftlichen Quellen verwendete man dazu große Amphoren, für die auch Wegzölle zu entrichten waren. In den Weinbergen der Familie Fabre trifft Autor & Regisseur Jeremy J.P. Fekete auf den Besitzer und Winzer Louis Fabre, denn bei der Arbeit in den Reben kommen immer wieder Scherben von irdenen Weinkrügen zum Vorschein.

Weiter entlang der Via Aquitania. Montauban – Die Stadt liegt etwa 50 Kilometer nördlich von Toulouse an der Mündung des Tescou in den Tarn. In der Gegend des Flusses Tarn gibt es zahlreiche, oft elegante Taubenhäuser, so genannte Pigeonniers. Ihre Silhouetten sind fester Bestandteil des Landschaftsbildes. Im antiken Rom hatte die Brieftaube vor allem militärische Bedeutung. Der römische Feldherr Julius Cäsar ließ Nachrichten von Unruhen im eroberten Gallien durch eigene Botentauben überbringen, um so seine Truppen schnell befehligen zu können. Schon damals wurden die Nachrichten um die Füße der Brieftauben gebunden. Vor allem im 4. Jahrhundert wurde die Taubenpost im Römischen Reich stark ausgebaut. Zeitweise waren bis zu 5.000 Brieftauben in Staatsbesitz.

Unweit von Bazas, mitten im Sauterngebiet, zeugt noch ein kleines Stück steinerner Strasse von der Via Aquitania, malerisch zwischen Weinreben, vom Kreuzungspunkt der Via Cassia mit dem Gallischen Weg „ Chemin Gallien“. Entdeckt erst in den 1970ern. Ein kleiner Verein kümmert sich um den Erhalt des gepflasteren Weges. Bereits zur Römerzeit nannte man Bordeaux „das kleine Rom“. Hier endet die Verbindungstrasse der Via Aquitania.