5) DIE VIA ROMANA IN DER SCHWEIZ

 

 

REMI-AWARD 2016Die Via Romana. Rekonstruierte Römerroute zwischen Genf (Genava) und Augst bei Basel (Augusta Raurica). Sie folgt einem Teil der antiken Route von Rom in das damalige Germanien. Von Julius Cäsar während seines Gallienfeldzuges teilweise ausgebaut und benutzt, finden sich noch heute militärische Parallelen. Wie in Bière, unweit des Genfersees. Wo früher ein Kastell der römischen Besatzer stand übt heute das Schweizer Militär. Am selben Dorfrand wird noch geschmiedet. Die Waadtländer „Toupins“ . Die so genannten Paradeglocken für den alljährlichen Alpaufzug sind die Spezialität der Familie Tschantz. Glocken fand man auch als Beigabe in römischen Gräbern. Sie sollten die Toten vor dem Unfug der Geister schützen. Glöckchenamulette wurden später kleinen Kindern und Tieren zum Schutz gegen Behexung umgehängt.

Zurück am Genfersee führt an seinem Seeufer entlang die Via Francigena über Vidy, wo sich die römischen Ruinen von „Vicus Lousonna“ befinden, zum heutigen Lausanne. Erst im 4. Jahrhundert verlagerte sich die Stadt vom Seeufer auf den Hügel auf dem heute eine Kathedrale steht. Mit dem Fort Pré-Giroud hingegen bewahren die Eidgenossen ein Monument jüngerer Geschichte, unweit von Vallorbe. Der Abwehrbunker befindet sich, gut getarnt als Bergchalet in den Waadtländer Bergen, in rund 70 Metern Tiefe. Er beschützte und kontrollierte während des 2. Weltkrieges die französisch-schweizerische Grenze.

Auch durch das Juradorf Sainte-Croix führte Julius Cäsars Feldzug vor rund 2.000 Jahren. Seit über einem Jahrhundert eine Region weltberühmt für ihre Schweizer Uhren und Feinmechanik. Geburts- und Arbeitsort eines Tüftlers, dem Androiden- und Automatenbauer Philippe Junod. In Boveresse regiert seit 1995 wieder die „Grüne Fee“. Absinth. Der Begriff Absinth stammt vom lateinischen Namen der Pflanze Wermut – artemisia absinthium. Fälschlicherweise wird die Erfindung des Wermut- und Kräutertropfens dem Nachbarland Frankreich zugeschrieben. Eine Legende neuerer Zeit die sich bis heute hält.

Ein wenig abseits der Via Romana, im Kanton Aargau, beim ehemaligen Legionslager Vindonissa, trifft Filmemacher Jeremy J.P. Fekete auf die Vex Leg XI CPF. Einer Truppe die sich mit Haut und Haar dem militärischen Drill und Leben der römischen 11. Legion verschrieben hat. Durch sie führt uns der Weg bis nach Augusta Raurica, einem der besterhaltenen Koloniehauptorte mit damals bis zu 15.000 Einwohnern. Sein Amphitheater bot während blutiger Spiele bis zu 13.000 Besuchern Platz.