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Europas legendäre Strassen-Via Cassia in Italien

Sie ist eine Rekonstruktion einer alten etruskischen Strasse. Die Via Cassia. Ihr Weg durchquerte die Regionen Latium und Tuscia, verband Rom (Roma) über Siena (Colonia Saena Iulia) nach Florenz (Colonia Florentia). Die ersten Strassen der Römer waren noch recht primitiv, bestanden aus gestampfter Erde und Kiesstreu. Die Etrusker hingegen kannten schon um 400 v. Chr. gepflasterte Wege. Die Römer übernahmen – wie so vieles von ihren ehemaligen Herren – auch die Straßenbaukunst und brachten sie in der Antike zur Vollendung. Rom, Zentrum des ehemals römischen Reiches ist voll römischer Spuren – und voller Katzen. Die Spuren der Felidae führt bis ins antike Rom. Als sich Kaiser Augustus mit dem Römischen Reich ausbreitete, fanden immer mehr der pelzigen Vierbeiner ihren Weg nach Rom. Sie wurden dazu genutzt um die Kornkammern vor Ratten und Mäusen zu schützen und lösten die bis dahin gehaltenen Frettchen ab. Die Eitleren unter den Strassentigern haben sich heutzutage für den „Largo Argentina“ entschieden, einen Platz mit antiken Säulen aus dem dritten und vierten vorchristlichen Jahrhundert. Dort dienen sie heute als begehrte Fotoobjekte neugierigen Romtouristen. Zwischen diesen Römerruinen trifft Filmemacher Jeremy J.P. Fekete auf die ehemalige Opernsängerin Silvia Viviani. Heute nennt man sie eine „Gattare“, denn ihr Herz gehört ausschließlich den Katzen. Weiter nördlich von Rom liegt Blera. Einst wichtige Stadt der Etrusker. Im Verlauf des 3. Jahrhunderts v. Chr. wurde das Territorium Teil des Römischen Reiches. Hier bauten die Römer die Via Clodia. Eine Fortsetzung der Via Cassia, über die Blera mit Rom und anderen wichtigen Orten des Reiches verbunden war. Unweit davon reiten sie noch über die Hügel und Ebenen Mittelitaliens: die „Butteris“. Die letzen italienischen Cowboys. Es gibt nur noch ein paar Dutzend von ihnen und sie halten voller Stolz an einer rund 500 Jahre alten Tradition fest. Als sattelfeste Hirten der typischen Maremmarinder. Doch ihr Beruf droht auszusterben. Ein wenig abseits der Via Cassia – Montegabbiano. Es wird erzählt, dass hier 1218 der Heilige Franziskus von Assisi wohnte, sich eine Hütte aus „Scarsa“ (einer Moorpflanze, der die Stadt ihren Namen „Scarzuola“ verdankt) baute und ein Kloster gründete. Heute ist Scarzuola ein außergewöhnlicher Ort, der vom Mailänder Architekten Tomaso Buzzi, der den Klosterkomplex 1957 erwarb, umgewandelt wurde. Um die „ideale Stadt zu errichten“. Bei seinem Tod im Jahre 1980 hinterlässt Tomaso Buzzi das Geschöpf aus Stein unvollendet und drückt den Wunsch aus, dass die Natur von ihm Besitz ergreife. Der Bau wird von Buzzis Neffen Marco Solari fortgesetzt. Am Ende der Reise liegt Florenz: benannt nach der römischen Blumengöttin Florentina – gegründet von Julius Cäsar. Erst als römische Kriegsveteranen Kolonie, dann folgten Forum, Theater und Thermalbäder. Aus der Colonia wurde eine Stadt. Doch Florenz erblühte erst als Rom bereits verblüht war.

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