ANTWERPEN CENTRAAL – ANTWERPEN

Jeremy JP Fekete / Cathedrals of steam - Europes first Railway stations

 

Er ist das Juwel in der Stadt der Diamanten. Antwerpen Centraal. Seine gigantische Kuppel erinnert an das Pantheon in Rom. Deswegen wird er im Volksmund auch Eisenbahnkathedrale genannt. Nicht von ungefähr galt das palastähnliche Bauwerk als steinerne Manifestation der damals aufstrebenden Kolonialmacht. Selbst König Leopold II. ließ sich bei seinem Anblick 1905 zu einem Ausruf des Erstaunens hinreißen: C’est une petite belle gare“ („Er ist ein schöner kleiner Bahnhof“).

Mauer an Mauer mit dem Bahnhof liegt Antwerpens grünes, klopfendes Herz – der Zoologische Garten. Im Jahr 1843 gegründet, zählt er zu den ältesten der Welt. Hier zeugen noch Okapis vom königlichen Anspruch der damaligen Welt. Denn in seinen Gehegen konnte man europaweit als Erste eine Giraffenart aus dem Kongo bewundern. Eingeführt über den Antwerpener Hafen. Er ist das ältere Gegenstück zum Bahnhof. Hier ankerten die Dampfschiffe großer Reedereien wie Hapag Lloyd und Red Star Line. Insbesondere mit der Red Star Line schipperten um die Jahrhundertwende rund 2 Millionen Europäer ins gelobte Land – Amerika.

Der Antwerpener ist seit Anbeginn stolz auf seinen Bahnhof. Autor und Regisseur Jeremy JP Fekete ist auf der Suche nach dieser untrennbaren Verbindung zwischen Bahnhof und Bürger. Vom zaghaften Kuss ihrer ersten Liebe auf den Bahnhofsbänken bis zum Verlust liebgewonnener Kuscheltiere im Gewusel drängelnder Reisender. Andere wiederum gelangen über den Bahnhof nach Antwerpen und blieben ein Leben lang in seiner Nähe. So entstand hinter ihm das „Jerusalem des Nordens“, wie man das Diamantenviertel auch nennt. Hier ist man aus Tradition steinreich. Und deshalb ist Antwerpen auch die „Stadt der funkelnden Steine“ und größter Handelsplatz.