SCARFACE – DER SCHAUSPIELER HELLMUT LANGE

 

Hellmut Lange wurde am 19. Januar 1923 in Berlin geboren und wuchs auch dort auf; bereits als 13-Jähriger sprach er Kinderrollen (unter anderem zusammen mit Wolfgang Kieling) beim Berliner Rundfunk. Während des 2. Weltkrieges wurde er mit 18 Jahren zur Marine eingezogen, drei Jahre später machte man ihn zum Kommandanten eines Minen-Suchbootes. Hellmut Lange überstand den Krieg unbeschadet, entschied sich für die Bühne und ließ sich ab 1946 in Hannover zwei Jahre lang zum Schauspieler ausbilden. Ein erstes Engagement erhielt er anschließend am „Jungen Theater“ in München, wenig später wechselte er nach Stuttgart, wo er bis 1953 viele schöne Rollen spielte. Danach arbeitete er wieder für den Hörfunk, war bei Radio Bremen als Sprecher und Regisseur bis 1960 tätig. Sein Leinwanddebüt hatte Hellmut Lange 1961 als Oberscharführer Nietermann in Werner Klinglers Kriegsdrama „Lebensborn“ gegeben, der Enthüllungsstory über die geheimnisvolle und infame NS-Organisation, es folgte die Rolle des Peter Clifton in dem Wallace-Krimi „Der Fälscher von London“ (1961). Horst Hächler besetzte ihn in dem Krimi „Mord in Rio“ (1963), Franz Peter Wirth in „Ein Mann im schönsten Alter“ (1964, mit Karl-Michael Vogler) und Michael Pfleghar in der eher missglückten Agenten-Parodie „Serenade für zwei Spione“ (1965). Gemeinsam mir Curd Jürgens und Lilli Palmer stand Lange für den humorvollen Spionagestreifen „Zwei Girls vom roten Stern“ (1966) vor der Kamera, mit Regisseur Jürgen Roland drehte er den Krimi „Vier Schlüssel“ (1966), im gleichen Jahr tauchte er in dem Thriller „Im Nest der gelben Viper – Das FBI schlägt zu“ auf. Weitere Kinoproduktionen waren beispielsweise „Mädchen, Mädchen“ (1967) von Regisseur Roger Fritz, die Konsalik-Verfilmung „Liebesnächte in der Taiga“ (1967) sowie Franklin J. Schaffners Oscar-prämierte Hollywood-Produktion „Patton“ (1970), unter anderem mit George C. Scott und Karl Malden. Zuletzt war Lange als Untersuchungsrichter in Ottokar Runzes Gerichtsdrama „Das Messer im Rücken“ (1975) sowie in Hans-Jürgen Syberbergs kontrovers diskutiertem Sieben-Stunden-Epos „Hitler – ein Film aus Deutschland“ (1978) als Hitlers Kammerdiener, Goebbels-Puppenspieler und SS-Mann auf der Leinwand zu sehen.

Einen Namen machte sich der Schauspieler auch in zahlreichen Hörspielen sowie als vielbeschäftigter Synchronsprecher; so lieh er unter anderem Charlton Heston („Schlacht um Midway“), Richard Harris („Ein Mann in der Wildnis“), Paul Newman („Mr. und Mrs. Bridge“) und Roy Scheider („Das fliegende Auge“) seine markant-rauchige Stimme.  Der Schauspieler war verheiratet und Vater von Tochter Katharina und Sohn Tobias; Sohn Jonas kam 1965 bei einem tragischen Unglücksfall ums Leben.

2003 | 30 min | IMAX | 4:3

Buch und Regie:

Produktion:

 

ERSTAUSSTRAHLUNG:  11. Januar 2003, auf  RBB

Comments

comments

Client

RBB