STAZIONE CENTRALE – MILANO

 

Wie ein Steingebirge erhebt sich der Mailänder Hauptbahnhof 207m breit und 36m hoch inmitten der italienischen Stadt. Die über Jahre konkurrierenden Designer der Stazione Centrale waren ihrer Zeit weit voraus. Sie schufen ein futuristisches Fantasiereich, eine Kathedrale des technischen Fortschritts. König Vittorio Emanuele III. legte den Grundstein für das Bauwerk am 28. April 1906 noch bevor ein genauer Bauplan vorlag. Der Architekt der Stazione Centrale – Ulisse Stacchini – gewann sechs Jahre später die Ausschreibung.  Aufgrund der durch den ersten Weltkrieg ausgelösten Wirtschaftskrise in Italien ging es jedoch nur langsam voran. Der Kopfbahnhof, anfangs als einfacher Bau geplant, wurde mit der Zeit immer komplexer und monumentaler. Allein die Front mit ihren 200m Länge und 72m Höhe waren damals rekordverdächtig.

Als Benito Mussolini an die Macht kam, musste nochmals großzügig umgeplant werden – sollte der Bahnhof doch die Kraft und Überlegenheit des faschistischen Regimes symbolisieren. Die ersten Veränderungen waren der Bau neuer Bahnsteige sowie eine riesige Stahlkuppel von 341 Metern Länge. Dadurch ergab sich eine Gesamtfläche von 66.500 Quadratmetern. Die Bauarbeiten wurden 1925 wieder aufgenommen und zu Ende geführt, bis schließlich am 1.Juli 1931 der Bahnhof eingeweiht wurde. Wo einst so legendäre Züge wie der Orientexpress losfuhren halten nun die « pendolini » unter dem riesigen Gewölbe aus Glas und Eisen. Heute hat der Kopfbahnhof 24 Gleise, jeden Tag nutzen ihn 320.000 Passagiere.